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Festival Blog > Die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin

Die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin

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Die Bären sind los: Das große Berlinale-Finale (Tag 10) Von josefgruebl am Sonntag Februar 20, 2011

Nader and Simin, a Separation (Berlinale 2011)

Am Anfang war er nur „der Iraner“. „Hast du schon den Film von dem Iraner gesehen?“, wurde man in den letzten Tagen immer wieder gefragt. Die Schlaumeier hielten gleich noch einen Vortrag darüber, dass Asghar Farhadi – so der Name des Iraners – schon vor zwei Jahren einen Bären gewonnen hat. Damals für die beste Regie des Films About Elly. 2011 ist dem iranischen Filmemacher aber der ganz große Coup gelungen: Sein Film Nader and Simin, a Seperation wurde mit insgesamt drei Bären ausgezeichnet.

Hier alle Preisträger der Berlinale 2010 im Überblick:
Goldener Bär: Nader and Simin, a Seperation von Asghar Farhadi
Großer Preis der Jury: The Turin Horse von Béla Tarr
Beste Regie: Ulrich Köhler für Schlafkrankheit
Beste Schauspielerin: das Schauspielerinnen-Ensemble von Nader and Simin, a Seperation
Bester Schauspieler: das Schauspieler-Ensemble von Nader and Simin, a Seperation
Herausragende künstlerische Leistung: Kamera und Production Design von El Premio – The Prize
Bestes Drehbuch: Joshua Marston und Andamion Murataj für The Forgiveness Of Blood
Alfred-Bauer-Preis: Wer wenn nicht wir von Andres Veiel

Der Goldene Bär für Asghar Farhadis Film ist insofern eine Überraschung, weil er keine Überraschung ist. In den vergangenen Jahren hat die Jury regelmäßig Außenseiter prämiert – und die Kritikerlieblinge links liegen lassen. Dieses Jahr aber waren sich Jury, Kritiker und Meinungsmacher einig: „Nader and Simin“ war der beste Film des Wettbewerbsjahrgangs. Auch wir sahen den Film schon früh ganz weit vorn (siehe Blog, Tag 6 – darin auch eine kurze Inhaltsangabe des Films).

War’s das schon? Nicht ganz: Auch für Schauspiellegende Armin Mueller-Stahl gab’s einen Bären, genauer gesagt den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Und dann wurde auch noch der Teddy verliehen. Diesen Preis gibt es schon seit 25 Jahren. Er geht an den Berlinale-Film, der sich auf besondere Weise mit schwulen oder lesbischen Themen befasst. Hier gewann das argentinische Melodram Ausente von Regisseur Marco Berger.

Der allerletzte Berlinale-Tag gehört wie jedes Jahr dem Publikum: Am Sonntag, dem sogenannten Kinotag, können die Zuschauer Verpasstes nachholen bzw. jene Filme sehen, die tags zuvor einen Preis gewonnen haben. Wir verabschieden uns an dieser Stelle und hoffen wie jedes Jahr darauf, dass möglichst viele Berlinale-Filme den Weg ins Kino oder auf DVD schaffen. Schließlich lieben wir Filme. Sie doch auch, oder?

Berlinale 2011

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Schlagwörter:About Elly, Andres Veiel, Armin Mueller-Stahl, Asghar Farhadi, Ausente, Béla Tarr, El Premio - The Prize, Marco Berger, Nader and Simin a Seperation, Schlafkrankheit, The Forgiveness of Blood, The Turin Horse, Ulrich Köhler, Wer wenn nicht wir

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Berlin Calling: Identitätsprobleme auf der Berlinale (Tag 9) Von josefgruebl am Freitag Februar 18, 2011

Liam Neeson in Unknown (Berlinale 2011)

Ach, das ist ja wunderbar, mögen sich die Berliner Stadtoberen gedacht haben. Schon wieder eine Hollywood-Produktion, die in unserer schönen Stadt gedreht werden soll. Und anders als in den erst kürzlich hier gedrehten Filmen (Das Bourne Ultimatum, Inglourious Basterds oder Speed Racer) soll Berlin in diesem Film auch noch deutlich erkennbar sein! Das wird die Stadt noch attraktiver machen und viele neue Touristen anlocken, so die Idee.

Ob sich die Stadtoberen nach der Berlinale-Premiere von Unknown Identity immer noch so über ihren Stadtmarketing-Coup gefreut haben? Schließlich zeigen die Macher des Films die Stadt nicht unbedingt von ihrer freundlichsten Seite: Gedreht wurde im berühmt-berüchtigten Berliner Eis-Winter; Liam Neeson spielt einen Uni-Professor, der zu einem Kongress in die Stadt reist. Er hat einen Unfall, landet mit dem Taxi in einem Kanal. Als er nach tagelangem Koma wieder aufwacht, erkennt ihn aber seine Frau nicht mehr. Die behauptet, sie sei mit einem anderen Mann verheiratet.

Und so versucht der arme Kerl, die Sache aufzuklären. Dabei geht allerhand zu Bruch, ständig krachen Autos ineinander, entgleisen Straßenbahnen oder explodiert irgendwas. Und als ob das noch nicht genug wäre, fliegt das oberste Stockwerk des Hotels Adlon in die Luft. Ausgerechnet das Adlon! Das ja nicht nur während der Berlinale der Anlaufpunkt für internationale Stars ist.

Liam Neeson war dann auch zur Premiere nicht da. Angeblich steckt er in Kanada fest. Wir glauben aber, dass er sich nach den traumatischen Filmerlebnissen nicht mehr nach Berlin wagt… Dafür glänzte Diane Kruger auf dem roten Teppich in einem schicken Glitzerkleid, als Taxifahrerin im Film war sie ja nicht unbedingt der Hit. Auch die Nebendarsteller Sebastian Koch und Karl Markovics sind gekommen. Und so ist der vorletzte Festival-Tag dann doch noch zu einer eher einheimischen Angelegenheit geworden.

Berlinale 2011

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Schlagwörter:Das Bourne Ultimatum, Diane Kruger, Inglourious Basterds, Karl Markovics, Liam Neeson, Sebastian Koch, Speed Racer, Unknown Identity

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Zahlen, bitte! 10 Fakten über die Berlinale 2011 (Tag 8) Von josefgruebl am Freitag Februar 18, 2011

Logo Berlinale 2011

Die Berlinale findet dieses Jahr zum 61. Mal statt und dauert wie immer zehn Tage lang. In 925 Vorführungen werden 385 Filme aus 58 Ländern gezeigt. Auch sonst dreht sich hier alles um Zahlen. Wir haben heute für Sie zehn informative Fakten zum Festival zusammengestellt:

* 2 Premieren feierte Helena Bonham Carter am Mittwochabend: In The King’s Speech spielt sie Queen Mum, in Toast eine Köchin. Zwischen den Filmen war gerade einmal eine Stunde Zeit. Immerhin genug Zeit, um sich aufzuhübschen.

* 3,2 Gramm Gold stecken im Goldenen Bären, um den sich hier alles dreht. Der Rest des 2,5 Kilo schweren Goldbären ist übrigens aus Bronze.

* 12 Euro kostet ein Ticket für die Premiere eines Wettbewerbsfilms im Berlinale Palast. Wenn man Glück hat, sitzt Diane Kruger neben einem im Publikum. Wenn man Pech hat, thront Grace Jones mit riesiger Fellmütze vor einem. Wirklich passiert, ist allerdings schon ein paar Jahre her.

* 16 Filme müssen sich Jury-Präsidentin Isabella Rossellini und ihre Kollegen ansehen. Favoriten für den Goldenen Bären sind derzeit der iranische Beitrag (Nader and Simin, a Seperation) und der ungarische Film The Turin Horse. Aber am Ende kommt sowieso immer alles anders.

* 18 Euro kostet die Currywurst im Restaurant des „Ritz-Carltons“. Das können und wollen sich selbst viele Promis nicht leisten, weshalb sie so zahlreich zum Empfang der Berliner Filmförderung im „Ritz-Carlton“ erschienen. Die Currywurst gab’s für umme, obendrauf jede Menge Kontakte. Und die sind sowieso unbezahlbar.

* 93 Jahre wäre er im Juli alt geworden, der Mann dem die diesjährige Retrospektive gewidmet ist: Ingmar Bergman drehte im Laufe seiner langen Karriere 63 Filme als Regisseur, auf der Berlinale sind alle seine Kinofilme und ausgewählte Dokumentationen zu sehen.

* 124 Minuten dauert der deutsche Wettbewerbsbeitrag Wer wenn nicht wir, der am Donnerstag gezeigt wurde. Erzählt wird die Liebesgeschichte von Bernward Vesper und Gudrun Ensslin. Während er im Drogensumpf versinkt, geht sie mit einem jungen Mann namens Andreas Baader in den Untergrund.

* 1280 Filmeinkäufer aus der ganzen Welt sind auf dem Europäischen Filmmarkt unterwegs. Sie bestimmen, was wir in den nächsten Monaten und Jahren vorgesetzt bekommen. Na dann: Genau hinsehen, Herrschaften!

* 270.000 Tickets wurden 2009 verkauft – Rekord! Ob’s dieses Jahr für einen neuen Rekord reicht, wird sich erst am Ende des Festivals zeigen. 

* 1 Million Euro an Spendengeldern (geschätzt) kamen bei der alljährlich stattfindenden „Cinema for Peace“-Gala zusammen. Die Veranstaltung ist zwar umstritten, solange das aus abgehalfterten Rockstars, Berliner Neureichen, Provinzpolitikern und ehemaligen Tennisstars zusammengesetzte Publikum aber so tief ins Portemonnaie greift, ist das schon okay. Fand dieses Jahr auch Sean Penn, der sich als Gaststar blicken ließ.

Berlinale 2011: Wer wenn nicht wir

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Schlagwörter:Diane Kruger, Grace Jones, Helena Bonham Carter, Ingmar Bergman, Nader and Simin a Seperation, Sean Penn, The King's Speech, The Turin House, Toast, Wer wenn nicht wir

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König, Koch und Cop: Hochkarätige Filme von der Insel auf der Berlinale (Tag 7) Von josefgruebl am Donnerstag Februar 17, 2011

The King's Speech

Hört man sich unter Berlinale-Profis um, halten die sich natürlich alle an die älteste Festival-Regel überhaupt: Man geht nur in Filme, die höchstwahrscheinlich nie ins Kino kommen. Den ungarischen Schwarzweiß-Film über ein störrisches Pferd etwa. Oder den schwulen Film aus Litauen. Nicht zu vergessen den viereinhalbstündigen japanischen Film über die Rachephantasien einer Achtjährigen. Alles hochspannend und so was von außergewöhnlich.

Komisch nur, dass für Filme wie The King’s Speech die Tickets am schnellsten vergriffen sind (auch die aus dem Akkreditierten-Kontingent). Kommt der Film über den stotternden Britenkönig George VI. ohnehin diese Woche in die deutschen Kinos. Ihn auf der Berlinale zu sehen, hatte dann aber doch einen besonderen Reiz: Schließlich waren die beiden Hauptdarsteller Colin Firth und Helena Bonham Carter bei der Vorstellung anwesend.

„Jedes Mal, wenn er sprechen musste, war es so, als ob ein Boxkampf in seinem Körper stattgefunden hätte“, meinte der gutgelaunte Colin Firth über den von ihm gespielten König. Es sei nicht leicht gewesen, sich das Stottern beizubringen – und genauso schwer, es wieder loszuwerden. „Am Ende der Dreharbeiten war meine Sprache noch holpriger als sonst. Das ist aber Standard, kein Stottern.“ So viel Charme brachte so manche Besucherin der Pressekonferenz zum Seufzen, Firths Filmpartnerin dagegen zum Gähnen…

Helena Bonham Carter hatte in Berlin ein akutes Müdigkeitsproblem – kein Wunder bei ihrem vollgepackten Terminkalender: Neben „The King’s Speech“ stellte sie noch den charmanten Coming of Age-Film Toast vor. Der Film beruht auf den Kindheitserinnerungen des britischen Kochgurus Nigel Slater, sie spielt darin seine böse Stiefmutter. Eine Paraderolle für die Schauspielerin, mit blondgefärbten Haaren und Kittelschürzen ist sie ganz in ihrem Element.

Ebenfalls in seinem Element ist der Ire Brendan Gleeson im Cop-Krimi The Guard. Der Schauspieler gibt einen naiven Dorfpolizisten, der sich im Zuge eines geplanten Drogendeals mit einem amerikanischen FBI-Agenten (Don Cheadle) herumschlagen muss. Das macht er so politisch inkorrekt wie komisch, dass man ihm sofort einen Preis als bester Schauspieler in die Hand drücken will. Der Film läuft aber nicht im Wettbewerb, daher wird das leider nichts mit dem Bären. Ein regulärer Kinostart wäre aber auch schon was, oder?

Toast

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Schlagwörter:Brendan Gleeson, Colin Firth, Don Cheadle, Helena Bonham Carter, The Guard, The King's Speech, Toast

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Der Krieg der Intellektuellen: Gerard Butler und Ralph Fiennes auf der Berlinale (Tag 6) Von josefgruebl am Mittwoch Februar 16, 2011

Gerard Butler & Ralph Fiennes in Coriolanus (Berlinale 2011)

Das Gesamtwerk von Hollywoodstar Gerard Butler wird gern in zwei Kategorien eingeteilt: In Testosteron-Spektakeln wie 300, Gamer oder Gesetz der Rache gibt er den harten Kerl, während er sich in Romanzen wie P.S. Ich liebe dich oder Die nackte Wahrheit Frauenherzen höher schlagen lässt. Mehr traut man dem kernigen Schotten nicht zu.

„Etwas Intellektuelles ist natürlich eine Herausforderung für mich“, meinte Gerard Butler dann auch während einer Pressekonferenz grinsend. Der Schauspieler ist nach Berlin gekommen, um den Shakespeare-Film Coriolanus vorzustellen. Das Actiondrama spielt zwar in der Gegenwart, gesprochen wird aber in Shakespeares Sprache. Nicht die einzige Herausforderung für Butler: Der von ihm gespielte Tullus Aufidius muss sich mit dem von Ralph Fiennes gespielten Titelhelden erst bekriegen, dann verbünden. Dabei kommen sie sich so nahe, dass selbst der eingefleischteste Hetero die homoerotischen Schwingungen wahrnehmen wird.

Klingt merkwürdig? Ist es auch (und zwar nicht wegen der angedeuteten Männerliebe). „Coriolanus“ ist das Regiedebüt von Fiennes, der als Schauspieler unbestritten großartig ist. Als Regisseur weiß er nicht so recht, was er eigentlich erzählen will – sein Film wirkt hölzern und über weite Strecken langweilig.

Mehr Spaß macht der neue Film der amerikanischen Künstlerin Miranda July. In The Future erzählt sie von einem Mittdreißiger und seiner Freundin. Beide wissen nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anstellen sollen: Mal wollen sie Bäume retten, dann wieder mit eigenen Tanzfilmchen auf YouTube berühmt werden. Als sie sich entschließen, eine kranke Katze zu retten, geraten sie in eine Krise. Ein charmant-verspieltes Generationsporträt.

Und dann war da noch der iranische Wettbewerbsbeitrag Nader and Simin, a Seperation. Regisseur Asgar Farhadi erzählt ein Ehedrama, das zur Familientragödie wird: Simin will den Iran verlassen, ihre Ehemann Nader möchte wegen seines kranken Vaters bleiben. Als dessen neue Pflegerin einen Fehler macht, rastet Nader aus… Ein zutiefst menschlicher Film, spannend und universell. Für uns einer der großen Favoriten für den Goldenen Bären.

John Logan, Gerard Butler, Jessica Chastain, Ralph Fiennes & Vanessa Redgrave (Coriolanus, Berlinale 2011)

The Future (Berlinale 2011)

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Schlagwörter:300, Asgar Farhadi, Coriolanus, Die nackte Wahrheit, Gamer, Gerard Butler, Gesetz der Rache, Miranda July, Nader and Simin a Seperation, P.S. Ich liebe dich, Ralph Fiennes, The Future

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Ab in die dritte Dimension: „Pina“ und weitere 3D-Highlights der Berlinale (Tag 5) Von josefgruebl am Dienstag Februar 15, 2011

Berlinale 2011: Les Contes de la Nuit

Wofür steht noch einmal 3D? Wenn man sich ansieht, was zuletzt an 3D-Filmen aus Hollywood zu uns gekommen ist, kann die Antwort nur lauten: Dumm, dilettantisch, dreist. Das Publikum soll mit dilettantisch erzählten Geschichten, die zweidimensional gedreht und im nachhinein „umgewandelt“ wurden, für dumm verkauft werden: Ziemlich dreist.

Dass es auch anders geht, beweisen die 3D-Filme der Berlinale. Der französische Animationsguru Michel Ocelot entführt mit Les Contes de la Nuit in eine Märchenwelt mit Prinzessinnen, Trommlern und Drachen. Ocelot zeigt altmodisch anmutende Scherenschnitt-Figuren vor surreal bunten 3D-Traumlandschaften. Ein überwältigendes Seherlebnis!

Um eine 3D-Traumlandschaft geht es auch im neuen Film von Altmeister Werner Herzog. Für Cave of Forgotten Dreams reiste er zur südfranzösischen Chauvet-Höhle, in der sich die ältesten Höhlenmalerein der Menschheit befinden. Die 32.000 Jahre alten Zeichnungen von Pferden, Löwen und Nashörnern sind unglaublich wertvoll, deshalb dürfen nur eine Handvoll Menschen in die Höhle. Ein spannender Trip, bei dem es übrigens auch etwas zu lachen gibt: Herzogs Englisch mit bayerischem Akzent ist immer wieder hörenswert.

Den aufregendsten 3D-Film des Festivals hat aber Herzogs Autorenfilmkollege Wim Wenders vorgelegt: Mit Pina würdigt er das Werk der 2009 verstorbenen Pina Bausch. Seit Jahrzehnten schon wollte Wenders einen Film über die weltberühmte Choreographin machen, doch er wusste nie so genau, wie er die Leidenschaft des Tanzens auf die Leinwand bringen sollte. Als die 3D-Technik soweit war, nahm er das Projekt in Angriff. Doch nur wenige Tage vor Drehbeginn verstarb seine Hauptdarstellerin völlig überraschend.

Gemeinsam mit ihren Tänzern entwickelte Wenders eine Hommage an die Künstlerin – ein Film, der 3D auf eine völlig neue Ebene hebt: Die Bühne wird zu einem erfahrbaren Raum, die Tänzer greifbar und Pina Bausch wieder lebendig. Bei der Premiere gab es Standing Ovations, unter anderem von Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin ließ sich sogar mit 3D-Brille fotografieren. Ob sie ihr mehr Durchblick verschafft hat, wissen wir allerdings nicht.

Pina (Berlinale 2011)

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Schlagwörter:Cave of Forgotten Dreams, Les Contes de la Nuit, Michel Ocelot, Pina, Pina Bausch, Werner Herzog, Wim Wenders

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Lady Madonna und andere gekrönte Häupter auf der Berlinale (Tag 3 und 4) Von josefgruebl am Montag Februar 14, 2011

Berlinale 2011, Festival Palace

An dieser Stelle ein kleines Rätsel für den geneigten Filmfan: Gesucht wird der Name einer Amerikanerin. Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Autorin und neuerdings auch Regisseurin. Eine Frau, die in Berlin jederzeit willkommen ist, der Berlinale aber einen Korb gegeben hat. Die dann aber doch noch kam und wegen einer minutenkurzen Filmsequenz für die größte Aufregung des an Aufregungen reichen ersten Berlinale-Wochenendes sorgte.

Die Rede ist natürlich von Madonna, ganz klar. Nachdem tagelang spekuliert wurde, ging es am Samstagnachmittag dann recht schnell: Um halb fünf landete ihr Privatjet in Berlin-Tegel, um halb neun stöckelte sie auf die Bühne eines Kinosaals am Potsdamer Platz. Dort präsentierte sie 200 handverlesenen Branchenvertretern einen minutenkurzen Ausschnitt aus ihrer ersten Spielfilmregie, beantwortete ein paar Fragen und verschwand genauso schnell wieder wie sie gekommen war.

In den vergangenen beiden Tagen gab es auch noch andere Filme zu sehen. Sogar in voller Länge, man glaubt es kaum… Die meisten davon wurden recht positiv aufgenommen: Die Tragikomödie Almanya – Willkommen in Deutschland über eine türkische Großfamilie in Deutschland zum Beispiel. Ein sympathischer Beitrag zur Integrationsdebatte. Oder Schlafkrankheit, ebenfalls ein deutscher Film im Wettbewerb, der die Geschichte von zwei europäischen Ärzten in Kamerun erzählt. Für Regisseur Ulrich Köhler ist es „ein Film über Europa“, für uns der spannendste Afrika-Film seit langem.

Weniger gut kam der amerikanische Wettbewerbsbeitrag Yelling to the Sky mit Zoe Kravitz (der Tochter von Lenny) an. Als „Seifenoper“ oder „Ghetto-Kitsch“ wurde die Story einer jugendlichen Drogendealerin beschimpft. Nicht ganz zu unrecht… Und dann war da noch der Youtube-Film Life in a Day: Aus 80.000 Einsendungen von Amateurfilmern montierte der schottische Regisseur Kevin Macdonald einen flotten, aber auch erschreckend banalen 90-Minüter. Tausende von Youtube-Schnipseln machen eben keinen guten Film.

Apropos Filmschnipsel: Madonna zeigte eine Ehebruchszene aus W.E., ihrem Film über die Liebe von Edward VIII. zu Wallis Simpson. Nach Berlin kam sie, um den Film international zu verkaufen. Wann und wo er in voller Länge zu sehen sein wird, ist noch offen. Die Liebesgeschichte von Edward und Wallis spielt übrigens auch in The King’s Speech eine Rolle. Dessen Hauptdarsteller Colin Firth und Helena Bonham Carter werden übrigens in den nächsten Tagen in Berlin erwartet. Es bleibt also spannend.

Berlinale 2011: Almanya

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Schlagwörter:Almanya - Willkommen in Deutschland, Colin Firth, Helena Bonham Carter, Kevin Macdonald, Life in a Day, Madonna, Schlafkrankheit, The King's Speech, Ulrich Köhler, W.E., Yelling to the Sky, Zoe Kravitz

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Let’s talk about Money: Auf der Berlinale 2011 geht es ums große Geld (Tag 2) Von josefgruebl am Samstag Februar 12, 2011

Margin Call

Berlin ist bekanntlich arm, aber sexy. Was passt also besser zur Berlinale als ein Film über marode Finanzsysteme und eine drohende Totalpleite? Margin Call heißt dieser Film. Der Wettbewerbsbeitrag aus den USA spielt im Jahre 2008, kurz vor dem großen Crash an der Wall Street. Ein Angestellter entdeckt zufällig, dass die Wertpapierpakete, die sein Institut im großen Stil verkauft, Schrottpapiere sind. Um das Schlimmste zu verhindern, kommen in einer Nacht- und Nebel-Aktion die Bosse zusammen. Was zu tun ist, wissen sie aber auch nicht so genau: Schließlich haben sie den Chef der Risikoabteilung tags zuvor gefeuert…

Ein spannendes Thema, viel näher dran am Thema als Oliver Stones Wall Street-Fortsetzung aus dem vergangenen Jahr. So meinte Jeremy Irons während der Pressekonferenz: „Es ist doch so, dass das globale Bankensystem an sich unmoralisch ist. Schließlich will jeder nur eins: Möglichst viel Profit.“ Irons und seine Schauspielkollegen Kevin Spacey, Paul Bettany, Zachary Quinto und Stanley Tucci sind dann auch das Beste an diesem Film: Als Banker am Rande des Nervenzusammenbruchs überzeugen sie auf ganzer Linie. Der härteste Kerl der Wall Street ist allerdings weiblich: Demi Moore guckt in dem Film so verkniffen, als ob man gerade ihr Sparschwein geschlachtet hätte. Arm aber sexy, sozusagen.

Kein Sparschwein, sondern eine Schimpfwortdose gab es am Set von True Grit: Für jeden Fluch seien fünf Dollar fällig gewesen, hat uns die vierzehnjährige Filmheldin Hailee Steinfeld verraten. Auf diese Weise habe sie mehr verdient als mit ihrer eigentlichen Gage… „Sie ist ein finanzielles Genie“, meinen auch ihre Regisseure Joel und Ethan Coen. Kein Wunder, darf sie doch im Film selbst die härtesten Kerle über den Tisch ziehen. Ob Steinfeld auch mit dem Riesenerfolg des Films zu tun hat, wissen wir nicht: Tatsache aber ist, dass er in den USA sensationelle 160 Millionen Dollar eingespielt hat. Was sie denn mit dem vielen Geld anfangen würden, fragte ein Journalist die Coen Brothers. Da müsse er beim Studio nachfragen, antworteten sie. Das ganz große Geld? Das machen dann halt doch immer die anderen.

Berlinale 2011

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Schlagwörter:Demi Moore, Ethan Coen, Hailee Steinfeld, Jeremy Irons, Joel Coen, Kevin Spacey, Margin Call, Oliver Stone, Paul Bettany, Stanley Tucci, True Grit, Wall Street, Zachary Quinto

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Berlin geht mit der Mode: Zur Berlinale-Eröffnung 2011 gibt es „True Grit“ und was aufs Auge (Tag 1) Von josefgruebl am Freitag Februar 11, 2011

Berlinale 2011, Logo

Modemäßig macht den Berlinern keiner so schnell etwas vor: Setzt doch die Hauptstadt mit ihrer Fashion Week, der in „Castingallee“ umbenannte Café- und Kneipenmeile Kastanienallee und dem „Brüno“-Vorbild Harald Glööckler ein… nun ja, sagen wir mal: modisches Statement. Auch bei er Eröffnung der 61. Internationalen Filmfestspiele schmissen sich die Stars in Schale: Jurypräsidentin Isabella Rossellini trug einen Herrenanzug mit übergeworfener Sofadecke, Premierengast Heike Makatsch ein todschickes schwarzes Kleid, während die Coen Brothers zumindest so aussahen, als ob sie ihre Anzüge frisch aus der Reinigung geholt hätten. Was man von den beiden Regisseuren des Eröffnungsfilms ja nicht unbedingt erwartet.

Den neuesten Modetrend durfte aber Hollywoods coolste Sau Jeff Bridges vorführen: Im Eröffnungsfilm der Berlinale, dem zehnfach Oscar-nominierten Edelwestern „True Grit“ spielt er einen versoffenen Marshall mit Fusselbart, abgewetztem Hut und speckigem Mantel. Kein Wunder, dass ihm Berlin zu Füßen liegt… Das modische i-Tüpfelchen war aber seine Augenklappe. Eine Augenklappe! Wenn es gerecht zugeht auf dieser Welt, dürfte dieses Ding nach Schnauzbärten, Strumpfhosenjeans und asymmetrisch geschnittenen das Must-Have der nächsten Saison werden. Wir haben auf dem Heimweg in der U-Bahn auch schon das erste augenbeklappte Fashion Victim gesichtet. Das war doch ein modisches Statement, oder?

Der Trendsetter himself kam übrigens ohne modisches Accessoire: Der ganz in schwarz gewandete Jeff Bridges blinzelte auf dem roten Teppich mit seinen blauen Augen, auch seinen Zottelbart hatte er gestutzt. Dem Premierenpublikum gefiel’s, der Star und der dazugehörige Film wurden minutenlang beklatscht. Eine tolle Wahl, besser kann man kein Festival starten lassen. Alles super zum Berlinale-Auftakt? Na ja, nicht ganz: Schon am Eröffnungsabend gab es Nörgler, die sich über den Mangel an großen Stars und großen Filmen beschwerten. Da hilft eigentlich nur noch eins: Zwei Augenklappen auf – und durch!

True Grit

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Schlagwörter:Berlinale, Brüno, Coen Brothers, Heike Makatsch, Isabella Rossellini, Jeff Bridges, True Grit

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