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Die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin

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Die Bären sind los: Das große Berlinale-Finale (Tag 9 und 10) Von josefgruebl am Montag Februar 20, 2012

Bel Ami, Berlinale 2012

Die Begeisterung war grenzenlos, der Applaus frenetisch und das Blitzlichtgewitter der Kameras so gleißend hell wie selten zuvor: Am Potsdamer Platz herrschte gegen Ende der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin noch einmal Ausnahmezustand. Doch wer jetzt glaubt, das habe etwas mit der Vergabe der Goldenen und Silbernen Bären zu tun, liegt falsch: Am Freitagabend (also einen Tag vor der Verleihung) feierte die Literaturverfilmung Bel Ami Premiere auf der Berlinale. Das allein war natürlich noch kein Grund für Jubelarien – als aber bekannt wurde, dass Hauptdarsteller Robert Pattinson den Film höchstpersönlich vorstellen würde, gab es kein Halten mehr.

Tagsüber beantwortete der gar nicht so blasse Twilight-Star brav die Fragen der Weltpresse, auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast schrieb er dann eine knappe halbe Stunde lang Autogramme. So etwas nennt man Dienst an der Kundin… Der Film, mit Uma Thurman, Kristin Scott Thomas und Christina Ricci auch in den weiblichen Rollen prominent besetzt, wurde freundlich beklatscht – für Robert Pattinson ist es ein weiterer Versuch, sich von seinem Vampir-Image zu lösen. In die deutschen Kinos kommt Bel Ami im April, Preise wird Pattinson dafür wohl kaum gewinnen: Der Film lief auf der Berlinale außer Konkurrenz.

Damit wären wir auch beim großen Berlinale-Finale angekommen: Am Samstagabend verliehen Jury-Präsident Mike Leigh und seine Mitstreiter (u.a. Jake Gyllenhaal, Barbara Sukowa, Francois Ozon und Charlotte Gainsbourg) die Preise für die besten Filme des Wettbewerbs. Wie schon so oft zeichnete die Jury auch dieses Jahr einen Film mit dem Goldenen Bären aus, mit dem keiner gerechnet hatte: Den italienischen Beitrag Cesare Deve Morire von den Regie führenden Brüdern Paolo und Vittorio Taviani hatte niemand wirklich auf der Rechnung. Das Dokudrama erzählt von den Insassen eines römischen Gefängnisses, die Shakespeares „Julius Caesar“ einstudieren. Auch sonst gab es einige Überraschungen: So gewann der dänische Film Die Königin und der Leibarzt gleich zwei Bären, während Kritikerliebling Barbara „nur“ mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde. Hier alle Preisträger der Berlinale 2012 im Überblick:

Goldener Bär: Cesare Deve Morire (Italien) von Paolo Taviani und Vittorio Taviani
Großer Preis der Jury: Just The Wind (Ungarn / Deutschland / Frankreich)
Beste Regie: Christian Petzold für Barbara (Deutschland)
Beste Darstellerin: Rachel Mwanza in War Witch (Kanada)
Bester Darsteller: Mikkel Boe Fölsgaard in Die Königin und der Leibarzt (Dänemark)
Bestes Drehbuch: Die Königin und der Leibarzt
Herausragende künstlerische Leistung: Kameramann Lutz Reitemeier für White Deer Plain (China)
Alfred-Bauer-Preis: Tabu (Portugal / Deutschland / Brasilien / Frankreich)
Lobende Erwähnung: Sister (Schweiz/Frankreich)

Wie jedes Jahr wurde die Berlinale am Sonntag mit dem sogenannten Kinotag abgeschlossen: An diesem Tag haben die Zuschauer die Chance, Verpasstes nachzuholen bzw. jene Filme zu sehen, die tags zuvor einen Preis gewonnen haben. Wir verabschieden uns an dieser Stelle und empfehlen Ihnen an dieser Stelle noch einmal unsere Online-Kollektion „Berlinale“. Darin finden Sie einige der schönsten Festivalfilme der vergangenen Jahre. Auf diese Weise dürfte sich die Wartezeit bis zur 63. Berlinale eigentlich überbrücken lassen, oder?

Berlinale Party 1 Barbara

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Schlagwörter:Barbara, Barbara Sukowa, Bel Ami, Caesare Deve Morire, Charlotte Gainsbourg, Christian Petzold, Christina Ricci, Die Königin und der Leibarzt, Francois Ozon, Jake Gyllenhaal, Just the Wind, Kristin Scott Thomas, Lutz Reitemeier, Mike Leigh, Mikkel Boe Fölsgaard, Paolo Taviani, Rachel Mwanza, Robert Pattinson, Sister, Tabu, Uma Thurman, Vittorio Taviani, War Witch, White Deer Plain

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Barbaras Glück am Morgen: Deutsche Filme auf der Berlinale (Tag 8) Von josefgruebl am Freitag Februar 17, 2012

Berlinale 2012: Was bleibt

Natürlich redet dieser Tage ganz Berlin von Brangelina, Meryl, Keanu, Salma und all den anderen Hollywoodstars, die anlässlich der Berlinale in die deutsche Hauptstadt gekommen sind. (Man lässt dabei ganz beiläufig nur den Vornamen fallen, was eine gewisse Kennerschaft signalisiert und sich so anhört, als ob man die Herrschaften persönlich kenne.) Auf den vielen Empfängen, Partys und Premieren sieht man dann aber doch eher deutsche Filmstars.

Das war bei der Eröffnungsfeier so, die fast wie eine Leistungsschau des deutschen Films wirkte (- obwohl der Eröffnungsfilm eine französische Produktion war). Auch bei der Feier zum 100. Geburtstag des Filmstudios Babelsberg oder den Partys der Berlinale-Größen Boss, Bunte und Bild gab es jede Menge einheimisches Talent zu besichtigen. Und wer Karten für eine deutsche Produktion ergatterte, konnte sich auf Fragerunden mit den Stars und Machern am Ende der Vorstellung einstellen.

Drei deutsche Filme haben es 2012 in den Wettbewerb geschafft: Barbara (siehe Blog von Tag 3 und 4) liegt im Kritikerspiegel nach wie vor ganz vorne – ob Jury-Boss Mike Leigh das genauso sieht, wird sich am Samstagabend bei der Verleihung der Goldenen und Silbernen Bären zeigen. Was bleibt von Hans-Christian Schmid und Gnade von Matthias Glasner werden dagegen nur Außenseiterchancen eingeräumt. Beide Regisseure erzählen Familiengeschichten, der eine eher zurückhaltend (Schmid), der andere (Glasner) gewohnt provokant.

Auch beim Berlinale-Empfang der bayerischen Filmförderung (FFF Bayern) standen deutsche Filme und ihre Macher im Mittelpunkt: Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff bekam für sein Kriegsdrama Das Meer am Morgen viele positive Kritiken, der Film wurde fürs Fernsehen produziert und läuft in den nächsten Monaten auf Arte. Schauspielerin Martina Gedeck stellte beim Bayern-Empfang ihren neuen Film Die Wand vor: Darin spielt sie eine Frau, die eines Tages von einer unsichtbaren Wand von der Außenwelt abgeschnitten wird. Interessantes Thema, leider schwach umgesetzt.

Und dann war da noch Doris Dörrie, die in der Reihe „Berlinale Special“ ihren neuen Film Glück präsentierte. Der beruht auf einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach und erzählt von der Liebe einer Prostituierten zu einem Punk. Über die plakative Inszenierung lässt sich streiten, die beiden Hauptdarsteller Alba Rohrwacher und Vinzenz Kiefer spielen aber so herzzerreißend, dass man den Film dann doch noch in sein Herz schließt. Doris Dörrie konnte zum FFF-Empfang nicht kommen, ihr Produzent Oliver Berben meinte aber: „Die Leute haben bei der Premiere an den richtigen Stellen gelacht und geweint.“ Ob es Ihnen genauso geht, können Sie schon ab nächster Woche überprüfen: Denn dann startet Glück in den deutschen Kinos.

Berlinale 2012, Ticket Counter

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Schlagwörter:Alba Rohrwacher, Barbara, Das Meer am Morgen, Die Wand, Doris Dörrie, Ferdinand von Schirach, Glück, Gnade, Hans-Christian Schmid, Martina Gedeck, Matthias Glasner, Oliver Berben, Vinzenz Kiefer, Volker Schlöndorff, Was bleibt

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Kämpfende Frauen, ernsthafte Regisseure, tote Rehe: Tag 7 auf der Berlinale Von josefgruebl am Donnerstag Februar 16, 2012

Press Conference Haywire, Berlinale 2012

Steven Soderbergh hält die Luft an. Da fragt ihn doch eine Journalistin auf der Berlinale-Pressekonferenz seines Films Haywire glatt, ob er denn keine ernsthaften Filme mehr machen wolle. „Das IST ein ernsthafter Film, ein sehr wichtiger Film sogar!“ Neben ihm sitzen seine Schauspieler Gina Carano, Antonio Banderas und Michael Fassbender, die drei können sich kaum noch halten. Dann fängt auch ihr Regisseur an zu lachen und meint mit einem breiten Grinsen: „Eigentlich sollte außer diesem Film kein weiterer mehr auf dem Festival gezeigt werden!“

Das geht natürlich nicht, ansonsten sorgte Soderberghs erster Actionfilm für gute Laune und jede Menge glückliche Gesichter. Kein Wunder nach all der schweren Filmkost der letzten Tage. Erzählt wird die Geschichte einer auf eigener Rechnung arbeitenden Spezialagentin (gespielt von der ehemaligen Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Gina Carano), die nach einem misslungenen Coup selbst auf die Abschussliste gerät. Aber die Lady lässt sich nicht so schnell unterkriegen, weder von Männern noch von toten Rehen… Garantiert nicht ernsthaft und trotzdem wichtig: Am 8. März kommt Haywire bundesweit in die Kinos.

Haywire

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Schlagwörter:Antonio Banderas, Gina Carano, Haywire, Michael Fassbender, Steven Soderbergh

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Ziemlich beste Stars: Tag 6 auf der Berlinale Von josefgruebl am Mittwoch Februar 15, 2012

The Iron Lady, Berlinale 2012

Ist Angelina Jolie wieder schwanger? Was ist der Lieblingsdrink von Meryl Streep? Und wieso trägt der 72-jährige John Hurt so eine jugendliche Gelfrisur? Das sind natürlich keine weltbewegenden Fragen, gestellt wurden sie in den letzten Tagen auf der Berlinale aber trotzdem. Hier die Antworten dazu: Nein, bei Jolies spindeldürrer Figur ist das kaum vorstellbar. Ein Gin Tonic am Ende eines langen Drehtags. Weil er gerade Samuel Beckett gespielt hat – und sich dafür dessen klassischen Bürstenschnitt zulegte.

Über Stars redet man halt immer wieder gern. Über ihre Filme dagegen nicht immer: Oder würde sich ernsthaft jemand für einen Film aus dem Bosnienkrieg interessieren, wenn jemand anderer als Brad Pitts Freundin dabei Regie geführt hätte? Auch Die eiserne Lady, der Film über die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, wäre kaum der Rede wert, wenn nicht die diesjährige Ehrenpreisträgerin Streep sie spielen würde.

Beim amerikanischen Wettbewerbsfilm Jayne Mansfield’s Car ist das ein bisschen anders: Da spielen zwar außer John Hurt noch viele andere tolle Stars mit (Robert Duvall, Kevin Bacon, Ray Stevenson). Die Art und Weise, wie Regisseur und Hauptdarsteller Billy Bob Thornton in dieser humorvollen Familiengeschichte eine Antikriegs-Botschaft untergebracht hat, war dann doch recht spannend. Noch spannender wären für einige Journalisten höchstens noch Fragen nach Billy Bob Thorntons Exfrau Angelina Jolie gewesen, aber die durfte man während des Interview-Marathons im Hotel Adlon nicht stellen. Zum Glück: Der Mann hat auch sonst viel zu erzählen.

Viel zu erzählen hatten auch die Shooting Stars der Berlinale: Die größten europäischen Schauspieltalente wurden vor der Vorstellung von „Jayne Mansfield’s Car“ auf die Bühne des Berlinale Palasts geholt – vorher durften sie sich aber noch bei einer Pressekonferenz vorstellen. Aus Deutschland war dieses Jahr Anna Maria Mühe (Die Unsichtbare, Novemberkind) dabei, ihr zur Seite standen Bill Skarsgård (Schweden), Adele Haenel (Frankreich), Hilmar Gudjonsson (Island), Antonia Campbell-Hughes (Irland), Jakub Gierszal (Polen), Isabella Ragonese (Italien), Ana Ularu (Rumänien), Max Hubacher (Schweiz) und der Brite Riz Ahmed. Viele dieser Namen kennt man heute noch nicht, das dürfte sich aber schon bald ändern.

Berlinale 2012, Artwork

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Schlagwörter:Adele Haenel, Ana Ularu, Angelina Jolie, Anna Maria Mühe, Antonia Campbell-Hughes, Bill Skarsgård, Billy Bob Thornton, Brad Pitt, Die eiserne Lady, Die Unsichtbare, Hilmar Gudjonsson, Isabella Ragonese, Jakub Gierszal, Jayne Mansfield's Car, John Hurt, Kevin Bacon, Max Hubacher, Meryl Streep, Novemberkind, Ray Stevenson, Riz Ahmed, Robert Duvall

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Es ist angerichtet: Jean Reno kocht auf der Berlinale (Tag 5) Von josefgruebl am Dienstag Februar 14, 2012

Comme un Chef, Berlinale 2012

Berlin ist nicht unbedingt als kulinarisches Mekka bekannt: Bei Konnopke‘s gibt’s Currywurst, im Borchardt Schnitzel und im Cookies Cream Vegetarisches. Das wären dann auch schon die Highlights. Die Berlinale versucht etwas zur lukullischen Ehrenrettung der Stadt beizutragen: In der Reihe „Kulinarisches Kino“ werden Filme übers Essen gezeigt, Menüs serviert und über Lebensmittel diskutiert. Eröffnet wurde die Reihe dieses Jahr von der französischen Komödie Comme un Chef, in dem Superstar Jean Reno einen 3-Sternekoch spielt, der die Haute Cuisine gegen die moderne Molekularküche verteidigt. Eine sehr sympathische Komödie, die im Sommer 2012 auch in den deutschen Kinos anlaufen soll.

Wir haben Jean Reno und seinen Co-Star Michael Yuon im Hotel Adlon zum Interview getroffen. Die beiden Schauspieler waren bester Laune, konnten sich aber nicht so recht darauf einigen, wer von ihnen nun der bessere Koch sei. Jean Reno serviert seinen Kindern gern Ravioli (selbstverständlich selbst gemachte!), geht aber anscheinend lieber in Restaurants. Die Liste seiner Lieblingsköche in Paris war jedenfalls recht ausführlich… Mit der Molekularküche, wie sie im sehr sehenswerten Dokumentarfilm El Bulli – Cooking in Paradise gezeigt wird, kann der Franzose dagegen wenig anfangen. Die Berliner aber auch nicht unbedingt. Insofern passt‘s ja!

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Schlagwörter:Comme un Chef, El Bulli, Jean Reno, Michael Yuon

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Berlin is Calling: Eine Stadt feiert sich selbst (Tag 3 und 4 auf der Berlinale) Von josefgruebl am Montag Februar 13, 2012

Barbara

„Berlin?“ fragt eine Krankenschwester die andere. „Aber so was von!“ meint ihre Kollegin. Dieser Dialog stammt aus dem deutschen Wettbewerbsfilm Barbara (ab 8. März bundesweit in den Kinos); es geht darin um eine junge Ärztin aus Ostberlin (Nina Hoss), die im Sommer 1980 in die Provinz strafversetzt wird. Gleichzeitig beschreibt diese Szene die Haltung der Deutschen zu ihrer Hauptstadt: „Berlin?“ heißt es im Rest der Republik, wenn von kreativer Boheme und Transferleistungen, Hybris und Hartz IV, Stadtschloss und Schwabenhass die Rede ist. „Aber so was von!“ schallt es zurück. Die Deutschen hegen eben eine Hassliebe zu ihrer Hauptstadt. Und die Berliner? In den U-Bahnhöfen sieht man Aufkleber, die „Keen Herz für Touris“ propagieren…

Aber zurück zu Barbara: Der Film von Regisseur Christian Petzold polarisiert auch – wobei die positiven Stimmen eindeutig in der Mehrzahl sind. Einige Kritiker meinten sogar, damit den ersten ernstzunehmenden Kandidaten für den Goldenen Bären gesehen zu haben. Nach ihrer Strafversetzung plant Barbara die Flucht in den Westen, während ihr neuer Kollege am Krankenhaus (Ronald Zehrfeld) zaghafte Annäherungsversuche unternimmt… Auf der Premierenparty im Kreuzberger „Spindler und Klatt“ zeigte sich Zehrfeld recht zurückhaltend, während Jury-Mitglied Anton Corbijn (Regisseur von George Clooneys The American) die Hauptdarstellerin herzlich begrüßte. Ob er ihr etwas über ihre Bären-Chancen ins Ohr flüsterte? Das wissen wohl nur die beiden.

Was passierte sonst noch am ersten Berlinale-Wochenende? Brangelina waren da, aber das waren sie die Tage zuvor auch schon. Shah Rukh Khan begeisterte ebenfalls seine Fans – nachdem es zwei Tage zuvor noch hieß, er sei krank und habe seinen Deutschland-Trip abgesagt. Er hat es sich dann aber doch noch einmal anderes überlegt, schließlich fanden die Dreharbeiten seines neuen Films in der deutschen Hauptstadt statt. Don – The King is back ist ein völlig überdrehter Actionthriller, in dem der indische Superstar eine Berliner Bank ausraubt. (Der Film kommt bereits diese Woche in die deutschen Kinos.)

Shah Rukh Khan ließ sich am Samstagabend dann auch kurz auf der Berlinale-Party des Medienboards Berlin-Brandenburg sehen, das seinen Film finanziell unterstützt hat. Dort traf er dann auf einheimische Stars wie Matthias Schweighöfer, Heike Makatsch oder Florian David Fitz. Keen Herz für Touris? Von wegen: Gäste aus fernen Ländern sind in der Hauptstadt jederzeit willkommen. Zumindest während der Berlinale.

Berlinale Party 2 Barbara

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Schlagwörter:Anton Corbijn, Barbara, Christian Petzold, Don - The King is back, Florian David Fitz, George Clooney, Heike Makatsch, Matthias Schweighöfer, Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Shah Rukh Khan, The American

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Kinder an die Macht: Die Berlinale kümmert sich um den Filmnachwuchs (Tag 2) Von josefgruebl am Samstag Februar 11, 2012

Thomas Horn, Extremely loud

Mit Wunderkindern ist das so eine Sache: Wer je einen Elternabend besucht hat, der bekommt eine leise Ahnung von all den Mini-Einsteins, die unter deutschen Dächern heranwachsen. Zumindest, wenn man der mitunter etwas ambitionierten Einschätzung ihrer Erzeuger Glauben schenkt… Im Showgeschäft läuft es ähnlich: Alle paar Monate hört man von Nachwuchsstars, die unter Genieverdacht stehen. Der 14-jährige Amerikaner Thomas Horn ist so ein Ausnahmetalent: 2010 riet er sich so überzeugend durch das TV-Quiz „Jeopardy!“, dass ihm Filmproduzent Scott Rudin (True Grit, The Social Network) die Hauptrolle in der Bestsellerverfilmung Extrem laut und unglaublich nah anbot.

Das gefühlvolle Drama über ein Kind, dessen Vater bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center gestorben ist, kommt nächste Woche in die deutschen Kinos. Am Freitagabend lief es aber schon auf der Berlinale im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Horns Filmeltern Tom Hanks und Sandra Bullock waren leider nicht da, dafür sein für den Oscar nominierter Filmgroßvater Max von Sydow und sein Regisseur Stephen Daldry (Der Vorleser). Es gab Zuschauer, die von dem altklugen Verhalten des Jungen im Film genervt waren, auf der Pressekonferenz sorgte sein (ebenfalls altkluger) Darsteller dagegen für Szenenapplaus: Auf die Frage, was er denn außer diesem Film noch so gespielt habe, antwortete der Jungstar selbstbewusst: „Ich war schon ein Grashüpfer in einer Schulaufführung.“ So erobert man selbst griesgrämige Journalisten im Sturm!

Noch mehr Wunderkinder gibt es in der Berlinale-Reihe „Generation 14 plus“, die am Freitagabend mit der amerikanischen Produktion Electrick Children eröffnet wurde. Darin bricht ein 15-jähriges schwangeres Mädchen aus einer strengen Mormonensiedlung aus und stürzt sich ins Nachtleben von Las Vegas. In den Hauptrollen begeisterten die Nachwuchsschauspieler Julia Garner und Rory Culkin (der jüngere Bruder von Macaulay). Zwei Namen, die man sich merken sollte.

Zum Schluss noch Neues von Brangelina: Die Kids des Hollywood-Traumpaars haben (bisher) noch keine Schauspielambitionen, sie besuchten lieber mit ihrer Mama das Legoland am Potsdamer Platz. Angelina Jolie hatte außerdem einen Termin bei Guido Westerwelle: Ob der Außenminister angesichts des prominenten Besuchs Bauklötze staunte, ist nicht bekannt. Offiziell ging es aber in dem Gespräch um Jolies Engagement als UNHCR-Sonderbotschafterin. Und zum Schluss noch die wohl wichtigste Nachricht: Brad Pitt ist endlich da! Am Freitagabend landete er mit einer Privatmaschine in Schönefeld. Der Berlinale-Premiere von Jolies Regiedebüt In the Land of Blood and Honey steht damit also nichts mehr im Weg.

Berlinale 2012, Press Conference

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Schlagwörter:Angelina Jolie, Brad Pitt, Der Vorleser, Electrick Children, Extrem laut und unglaublich nah, In the Land of Blood and Honey, Julia Garner, Max von Sydow, Rory Culkin, Sandra Bullock, Scott Rudin, Stephen Daldry, The Social Network, Thomas Horn, Tom Hanks, True Grit

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Königinnen, wohin man schaut: Die Berlinale ist eröffnet! (Tag 1) Von josefgruebl am Freitag Februar 10, 2012

Les adieux à la Reine

Der Februar ist nicht unbedingt die beste Zeit, um luftige Abendgarderobe auszuführen. Vor allem im winterlich-kalten Berlin. Dass sich am Potsdamer Platz trotzdem unglaublich viele Frauen in sagenhaft knappen Kleidern vor die Tür gewagt haben, hat einen ganz anderen Grund: Die Hauptstadt ist im Filmfieber! Am Donnerstagabend wurde die 62. Berlinale eröffnet – mit Stars wie Charlotte Gainsbourg, Heike Makatsch oder Nina Hoss, noch mehr Kameras und einem wahrhaft revolutionären Eröffnungsfilm: Das französische Kostümdrama „Leb wohl, meine Königin“ erzählt von den letzten Tagen vor der Revolution im Jahre 1789.

Diane Kruger spielt darin Königin Marie Antoinette – und macht ihre Sache ziemlich gut. Noch besser ist allerdings die Französin Léa Seydoux, die als Vorleserin der Königin eine Glanzleistung abliefert. Es ist natürlich noch viel zu früh, über die Vergabe der Preise nachzudenken, die Französin (die zuletzt im vierten Teil der „Mission: Impossible“-Reihe und in Woody Allens „Midnight in Paris“ zu sehen war) empfiehlt sich aber schon einmal für einen Silbernen Bären als beste Schauspielerin. Auch auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast konnte Seydoux überzeugen: Sie erschien in einem blutroten schulterfreien Kleid. Ihre „Königin“ Diane Kruger glänzte dagegen ganz in schwarz. Zwei Leinwandköniginnen, keine Frage.

Die Königin von Hollywood ließ sich dagegen am Donnerstagabend noch nicht sehen: Angelina Jolie ist schon in Berlin, wärmt sich aber noch bis Samstag auf: Dann feiert ihr Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ Premiere auf der Berlinale. Ihre Kinder hat sie schon mitgebracht, der Vater kommt angeblich nach: Brad Pitt wird in den nächsten Tagen in Berlin erwartet.

Berlinale 2012

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Schlagwörter:Angelina Jolie, Brad Pitt, Charlotte Gainsbourg, Diane Kruger, Heike Makatsch, In the Land of Blood and Honey, Léa Seydoux, Leb wohl meine Königin, Midnight in Paris, Mission: Impossible, Nina Hoss

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Highlights und Tiefschläge: Das große Berlinale-Finale (Tag 9 und 10) Von josefgruebl am Montag Februar 22, 2010

Der Tiefpunkt des Festivals ist am neunten Tag des Festivals erreicht: Als „Birthday Special“ ist das Hollywoodmusical „Nine“ angekündigt, in dem nicht weniger als sechs Oscar-Preisträger (Daniel Day-Lewis, Judi Dench, Sophia Loren, Marion Cotillard, Nicole Kidman, Penélope Cruz) singen und tanzen. Eine schöne Abwechslung von all den schweren und dramatischen Wettbewerbsfilmen, möchte man meinen. Doch dann die Enttäuschung: Kein einziger Schauspieler ist zur Vorstellung angereist, auch Regisseur Rob Marshall bleibt lieber zuhause. Das weckt Erinnerungen an den 2004er Eröffnungsfilm „Unterwegs nach Cold Mountain“, als ebenfalls keiner der Darsteller (unter anderem auch Nicole Kidman…) kam und Festivalchef Dieter Kosslick auf dem roten Teppich ziemlich alt aussah. Natürlich sollte es bei der Berlinale vor allem um die Filme gehen, gleichzeitig lebt ein Festival auch von den Stars. Gerade bei den großen Hochglanzproduktionen.

Nine, Penélope Cruz, Berlinale

Dass die großen Stars am Tag darauf dem Berlinale Palast fern bleiben, hat dagegen Tradition: Am zehnten Tag des Festivals werden die Preise verliehen – und wenn man sich auf etwas verlassen kann, dann auf die Tatsache, dass die Jury Außenseiter auszeichnet. (Deshalb laufen Filme wie „Shutter Island“ oder „My Name is Khan“ auch außer Konkurrenz…) Das ist grundsätzlich in Ordnung, schließlich bringt ein Goldener oder Silberner Bär einem unbekannten Filmemacher viel mehr als einem etablierten Star. Wenn dann auch noch keiner mit dem Preis gerechnet hat, scheint die Jury restlos zufrieden zu sein. Insofern hat die Wettbewerbsjury 2010 gute Arbeit geleistet: Der Goldene Bär geht an “Bal” („Honig“) aus der Türkei: Ein poetischer Film über einen kleinen Jungen, der seinen Vater, einen Bienenzüchter, sucht und dafür in die Natur hinauszieht.

Bal - Honey, Berlinale

Um die Natur geht es auch im Gewinner des Darstellerpreises und des Bären für die beste Kamera: Der russische Beitrag „How I ended this Summer“ erzählt von zwei Männern, die auf einer Wetterstationsinsel in der Arktis leben. Der Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ („Apart Together“) bekommt den Bären für das beste Drehbuch, während Roman Polanski für die beste Regie („Der Ghostwriter“) ausgezeichnet wird. Den Preis kann er wegen seines Hausarrestes in der Schweiz nicht persönlich entgegen nehmen, das übernimmt sein Produzent Alain Sarde. Der verrät aber, dass Polanski ohnehin nicht zur Preisverleihung erschienen wäre: Als er das letzte Mal zu einem Festival (nach Zürich) reiste, um einen Preis entgegenzunehmen, ist er im Gefängnis gelandet. Und so ist die Bärenvergabe in Berlin dann doch noch zu einem politischen Statement geworden.

Ghostwriter, Roman Polanski, Berlinale

Hier alle Preisträger der Berlinale 2010 im Überblick:

Goldener Bär: „Bal“ („Honig“) von Semih Kaplanoglu

Großer Preis der Jury: “If I want to whistle, I whistle”

Beste Regie: Roman Polanski für „Der Ghostwriter“

Beste Schauspielerin: Shinobu Terajima in “Caterpillar”

Bester Schauspieler: Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis in „How I ended this Summer“

Herausragende künstlerische Leistung: Pavel Kostomarov für die Kamera in „How I ended this Summer“

Bestes Drehbuch: Wang Quan’an und Na Jin für „Tuan Yuan“ („Apart Together“)

Alfred-Bauer-Preis: “If I want to whistle, I whistle”

Berlinale 2010

Der elfte (und letzte) Tag der Berlinale ist wie immer der sogenannte Kinotag: An diesem Tag haben die Zuschauer die Chance, Verpasstes nachzuholen bzw. jene Filme zu sehen, die tags zuvor einen Preis gewonnen haben. Danach ist endgültig Schluss, in den nächsten Wochen und Monaten kann man einige Filme der Berlinale 2010 im Kino und auf DVD entdecken. Auf diese Weise lässt sich auch die Wartezeit bis zur Berlinale 2011 überbrücken, oder?

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Schlagwörter:Alain Sarde, Bal - Honey, Daniel Day-Lewis, Grigori Dobrygin, How I ended this Summer, Judi Dench, Marion Cotillard, My Name is Khan, Na Jin, Nicole Kidman, Nine, Pavel Kostomarov, Penélope Cruz, Rob Marshall, Semih Kaplanoglu, Sergei Puskepalis, Shinobu Terajima, Sophia Loren, Unterwegs nach Cold Mountain

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Gar nicht süß: Die Reaktionen auf Oskar Roehlers „Jud Süß“-Film (Tag 8) Von josefgruebl am Freitag Februar 19, 2010

Donnerstagvormittag zeigt sich Oskar Roehler noch cool: Der Regisseur des dritten deutschen Wettbewerbsbeitrags „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ ist mit seinen Hauptdarstellern Tobias Moretti und Martina Gedeck zum Berlinale-Empfang der bayerischen Filmförderung erschienen, er lässt sich sogar mit Kollegin Doris Dörrie fotografieren. Allzu lange möchte sich der Regisseur mit Vorliebe für kontroverse Stoffe („Elementarteilchen“, „Lulu und Jimi“) aber nicht bei den Bayern aufhalten: Schließlich läuft gleichzeitig im Berlinale Palast die Pressevorstellung seines Films, in dem er die Mechanismen des bis heute verbotenen Nazi-Machwerks „Jud Süß“ aus dem Jahr 1940 bloßlegen will.

Doris Dörrie, Oskar Roehler

Dass das eine gefährliche Angelegenheit ist, wusste Roehler mit Sicherheit. Was aber in den nächsten Stunden über ihn hereinbrechen wird, damit hat er wohl dann doch nicht gerechnet. Die Journalisten bedenken die Vorführung mit vielen Buhs und Pfui-Rufen, dementsprechend gereizt ist dann auch die Stimmung bei der anschließenden Pressekonferenz. Mit Äußerungen wie der, dass man historisch alles korrekt machen wollte, gießt Roehler nur noch weiteres Öl ins Feuer. Auch sein Star Moritz Bleibtreu, immerhin Deutschlands beliebtester Schauspieler, wird angegriffen: „Das Clowneske fand ich geil“, meint er, „der Versuchung, das Original nachzuspielen, konnte ich mich nicht erwehren.“ Das nehmen ihm viele im Saal übel, schließlich spielt Bleibtreu nicht irgendwen, sondern Joseph Goebbels.

Jud Süß, Moritz Bleibtreu, Berlinale

Doch egal, wie gespalten die Meinungen auch sind: Kein Film hat bisher solche extremen Reaktionen hervorgerufen, kaum einer war so gut besucht. Mal schauen, ob das Publikum beim regulären Kinostart von „Jud Süß – Film ohne Gewissen“ im Herbst genauso fasziniert sein wird. Kalt lassen wird der Film jedenfalls niemanden – eine Meinung darüber bilden sollte sich aber besser jeder selbst. Und Oskar Roehler? Kündigte bereits einen Gangsterfilm mit dem Titel „Der kleine Doktor – Der unaufhaltsame Aufstieg des Joseph Goebbels“ an.

Berlinale Ticketcounter

Ansonsten rüstet sich die Berlinale auf das große Finale: Am Samstagabend werden die Bären vergeben, zuvor laufen noch neue Filme mit Nicole Kidman, Daniel Day-Lewis, Penélope Cruz, Gérard Depardieu, Jessica Alba, Casey Affleck, Isabelle Adjani und Judi Dench. Auch die Festival-Leitung zeigt sich zufrieden: In den ersten acht Berlinale-Tagen wurden 270.000 Tickets verkauft. „Damit hat uns das größte Geburtstagsgeschenk unser Publikum gemacht“, freut sich Festivalchef Dieter Kosslick. Wir freuen uns auch und sagen noch einmal: „Happy Birthday, Berlinale!“

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Schlagwörter:Casey Affleck, Daniel Day-Lewis, Doris Dörrie, Elementarteilchen, Gérard Depardieu, Isabelle Adjani, Jessica Alba, Jud Süß - Film ohne Gewissen, Judi Dench, Lulu und Jimi, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Nicole Kidman, Oskar Roehler, Penélope Cruz, Tobias Moretti

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