„Berlin?“ fragt eine Krankenschwester die andere. „Aber so was von!“ meint ihre Kollegin. Dieser Dialog stammt aus dem deutschen Wettbewerbsfilm Barbara (ab 8. März bundesweit in den Kinos); es geht darin um eine junge Ärztin aus Ostberlin (Nina Hoss), die im Sommer 1980 in die Provinz strafversetzt wird. Gleichzeitig beschreibt diese Szene die Haltung der Deutschen zu ihrer Hauptstadt: „Berlin?“ heißt es im Rest der Republik, wenn von kreativer Boheme und Transferleistungen, Hybris und Hartz IV, Stadtschloss und Schwabenhass die Rede ist. „Aber so was von!“ schallt es zurück. Die Deutschen hegen eben eine Hassliebe zu ihrer Hauptstadt. Und die Berliner? In den U-Bahnhöfen sieht man Aufkleber, die „Keen Herz für Touris“ propagieren…
Aber zurück zu Barbara: Der Film von Regisseur Christian Petzold polarisiert auch – wobei die positiven Stimmen eindeutig in der Mehrzahl sind. Einige Kritiker meinten sogar, damit den ersten ernstzunehmenden Kandidaten für den Goldenen Bären gesehen zu haben. Nach ihrer Strafversetzung plant Barbara die Flucht in den Westen, während ihr neuer Kollege am Krankenhaus (Ronald Zehrfeld) zaghafte Annäherungsversuche unternimmt… Auf der Premierenparty im Kreuzberger „Spindler und Klatt“ zeigte sich Zehrfeld recht zurückhaltend, während Jury-Mitglied Anton Corbijn (Regisseur von George Clooneys The American) die Hauptdarstellerin herzlich begrüßte. Ob er ihr etwas über ihre Bären-Chancen ins Ohr flüsterte? Das wissen wohl nur die beiden.
Was passierte sonst noch am ersten Berlinale-Wochenende? Brangelina waren da, aber das waren sie die Tage zuvor auch schon. Shah Rukh Khan begeisterte ebenfalls seine Fans – nachdem es zwei Tage zuvor noch hieß, er sei krank und habe seinen Deutschland-Trip abgesagt. Er hat es sich dann aber doch noch einmal anderes überlegt, schließlich fanden die Dreharbeiten seines neuen Films in der deutschen Hauptstadt statt. Don – The King is back ist ein völlig überdrehter Actionthriller, in dem der indische Superstar eine Berliner Bank ausraubt. (Der Film kommt bereits diese Woche in die deutschen Kinos.)
Shah Rukh Khan ließ sich am Samstagabend dann auch kurz auf der Berlinale-Party des Medienboards Berlin-Brandenburg sehen, das seinen Film finanziell unterstützt hat. Dort traf er dann auf einheimische Stars wie Matthias Schweighöfer, Heike Makatsch oder Florian David Fitz. Keen Herz für Touris? Von wegen: Gäste aus fernen Ländern sind in der Hauptstadt jederzeit willkommen. Zumindest während der Berlinale.


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