Mit Wunderkindern ist das so eine Sache: Wer je einen Elternabend besucht hat, der bekommt eine leise Ahnung von all den Mini-Einsteins, die unter deutschen Dächern heranwachsen. Zumindest, wenn man der mitunter etwas ambitionierten Einschätzung ihrer Erzeuger Glauben schenkt… Im Showgeschäft läuft es ähnlich: Alle paar Monate hört man von Nachwuchsstars, die unter Genieverdacht stehen. Der 14-jährige Amerikaner Thomas Horn ist so ein Ausnahmetalent: 2010 riet er sich so überzeugend durch das TV-Quiz „Jeopardy!“, dass ihm Filmproduzent Scott Rudin (True Grit, The Social Network) die Hauptrolle in der Bestsellerverfilmung Extrem laut und unglaublich nah anbot.
Das gefühlvolle Drama über ein Kind, dessen Vater bei den Terroranschlägen auf das World Trade Center gestorben ist, kommt nächste Woche in die deutschen Kinos. Am Freitagabend lief es aber schon auf der Berlinale im Wettbewerb (außer Konkurrenz). Horns Filmeltern Tom Hanks und Sandra Bullock waren leider nicht da, dafür sein für den Oscar nominierter Filmgroßvater Max von Sydow und sein Regisseur Stephen Daldry (Der Vorleser). Es gab Zuschauer, die von dem altklugen Verhalten des Jungen im Film genervt waren, auf der Pressekonferenz sorgte sein (ebenfalls altkluger) Darsteller dagegen für Szenenapplaus: Auf die Frage, was er denn außer diesem Film noch so gespielt habe, antwortete der Jungstar selbstbewusst: „Ich war schon ein Grashüpfer in einer Schulaufführung.“ So erobert man selbst griesgrämige Journalisten im Sturm!
Noch mehr Wunderkinder gibt es in der Berlinale-Reihe „Generation 14 plus“, die am Freitagabend mit der amerikanischen Produktion Electrick Children eröffnet wurde. Darin bricht ein 15-jähriges schwangeres Mädchen aus einer strengen Mormonensiedlung aus und stürzt sich ins Nachtleben von Las Vegas. In den Hauptrollen begeisterten die Nachwuchsschauspieler Julia Garner und Rory Culkin (der jüngere Bruder von Macaulay). Zwei Namen, die man sich merken sollte.
Zum Schluss noch Neues von Brangelina: Die Kids des Hollywood-Traumpaars haben (bisher) noch keine Schauspielambitionen, sie besuchten lieber mit ihrer Mama das Legoland am Potsdamer Platz. Angelina Jolie hatte außerdem einen Termin bei Guido Westerwelle: Ob der Außenminister angesichts des prominenten Besuchs Bauklötze staunte, ist nicht bekannt. Offiziell ging es aber in dem Gespräch um Jolies Engagement als UNHCR-Sonderbotschafterin. Und zum Schluss noch die wohl wichtigste Nachricht: Brad Pitt ist endlich da! Am Freitagabend landete er mit einer Privatmaschine in Schönefeld. Der Berlinale-Premiere von Jolies Regiedebüt In the Land of Blood and Honey steht damit also nichts mehr im Weg.


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