Ist Angelina Jolie wieder schwanger? Was ist der Lieblingsdrink von Meryl Streep? Und wieso trägt der 72-jährige John Hurt so eine jugendliche Gelfrisur? Das sind natürlich keine weltbewegenden Fragen, gestellt wurden sie in den letzten Tagen auf der Berlinale aber trotzdem. Hier die Antworten dazu: Nein, bei Jolies spindeldürrer Figur ist das kaum vorstellbar. Ein Gin Tonic am Ende eines langen Drehtags. Weil er gerade Samuel Beckett gespielt hat – und sich dafür dessen klassischen Bürstenschnitt zulegte.
Über Stars redet man halt immer wieder gern. Über ihre Filme dagegen nicht immer: Oder würde sich ernsthaft jemand für einen Film aus dem Bosnienkrieg interessieren, wenn jemand anderer als Brad Pitts Freundin dabei Regie geführt hätte? Auch Die eiserne Lady, der Film über die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, wäre kaum der Rede wert, wenn nicht die diesjährige Ehrenpreisträgerin Streep sie spielen würde.
Beim amerikanischen Wettbewerbsfilm Jayne Mansfield’s Car ist das ein bisschen anders: Da spielen zwar außer John Hurt noch viele andere tolle Stars mit (Robert Duvall, Kevin Bacon, Ray Stevenson). Die Art und Weise, wie Regisseur und Hauptdarsteller Billy Bob Thornton in dieser humorvollen Familiengeschichte eine Antikriegs-Botschaft untergebracht hat, war dann doch recht spannend. Noch spannender wären für einige Journalisten höchstens noch Fragen nach Billy Bob Thorntons Exfrau Angelina Jolie gewesen, aber die durfte man während des Interview-Marathons im Hotel Adlon nicht stellen. Zum Glück: Der Mann hat auch sonst viel zu erzählen.
Viel zu erzählen hatten auch die Shooting Stars der Berlinale: Die größten europäischen Schauspieltalente wurden vor der Vorstellung von „Jayne Mansfield’s Car“ auf die Bühne des Berlinale Palasts geholt – vorher durften sie sich aber noch bei einer Pressekonferenz vorstellen. Aus Deutschland war dieses Jahr Anna Maria Mühe (Die Unsichtbare, Novemberkind) dabei, ihr zur Seite standen Bill Skarsgård (Schweden), Adele Haenel (Frankreich), Hilmar Gudjonsson (Island), Antonia Campbell-Hughes (Irland), Jakub Gierszal (Polen), Isabella Ragonese (Italien), Ana Ularu (Rumänien), Max Hubacher (Schweiz) und der Brite Riz Ahmed. Viele dieser Namen kennt man heute noch nicht, das dürfte sich aber schon bald ändern.


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