Am Anfang war er nur „der Iraner“. „Hast du schon den Film von dem Iraner gesehen?“, wurde man in den letzten Tagen immer wieder gefragt. Die Schlaumeier hielten gleich noch einen Vortrag darüber, dass Asghar Farhadi – so der Name des Iraners – schon vor zwei Jahren einen Bären gewonnen hat. Damals für die beste Regie des Films About Elly. 2011 ist dem iranischen Filmemacher aber der ganz große Coup gelungen: Sein Film Nader and Simin, a Seperation wurde mit insgesamt drei Bären ausgezeichnet.
Hier alle Preisträger der Berlinale 2010 im Überblick:
Goldener Bär: Nader and Simin, a Seperation von Asghar Farhadi
Großer Preis der Jury: The Turin Horse von Béla Tarr
Beste Regie: Ulrich Köhler für Schlafkrankheit
Beste Schauspielerin: das Schauspielerinnen-Ensemble von Nader and Simin, a Seperation
Bester Schauspieler: das Schauspieler-Ensemble von Nader and Simin, a Seperation
Herausragende künstlerische Leistung: Kamera und Production Design von El Premio – The Prize
Bestes Drehbuch: Joshua Marston und Andamion Murataj für The Forgiveness Of Blood
Alfred-Bauer-Preis: Wer wenn nicht wir von Andres Veiel
Der Goldene Bär für Asghar Farhadis Film ist insofern eine Überraschung, weil er keine Überraschung ist. In den vergangenen Jahren hat die Jury regelmäßig Außenseiter prämiert – und die Kritikerlieblinge links liegen lassen. Dieses Jahr aber waren sich Jury, Kritiker und Meinungsmacher einig: „Nader and Simin“ war der beste Film des Wettbewerbsjahrgangs. Auch wir sahen den Film schon früh ganz weit vorn (siehe Blog, Tag 6 – darin auch eine kurze Inhaltsangabe des Films).
War’s das schon? Nicht ganz: Auch für Schauspiellegende Armin Mueller-Stahl gab’s einen Bären, genauer gesagt den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Und dann wurde auch noch der Teddy verliehen. Diesen Preis gibt es schon seit 25 Jahren. Er geht an den Berlinale-Film, der sich auf besondere Weise mit schwulen oder lesbischen Themen befasst. Hier gewann das argentinische Melodram Ausente von Regisseur Marco Berger.
Der allerletzte Berlinale-Tag gehört wie jedes Jahr dem Publikum: Am Sonntag, dem sogenannten Kinotag, können die Zuschauer Verpasstes nachholen bzw. jene Filme sehen, die tags zuvor einen Preis gewonnen haben. Wir verabschieden uns an dieser Stelle und hoffen wie jedes Jahr darauf, dass möglichst viele Berlinale-Filme den Weg ins Kino oder auf DVD schaffen. Schließlich lieben wir Filme. Sie doch auch, oder?



